Das 1x1 der Tarifverträge

 

Wenn in den Medien von Tarifverträgen gesprochen und geschrieben wird, geht es vor allem um Lohnerhöhung, welche Gewerkschaft wieder zum Streik aufruft und welche Auswirkungen dies auf die Gesellschaft hat. Arbeitgeber beschweren sich, dass die Forderungen zu hoch sind und Arbeitsplätze dadurch gefährdet werden; Wirtschaftsexperten prognostizieren den Niedergang des Wirtschaftsstandorts Deutschland.

 

Kommt man mit Kolleginnen und Kollegen ins Gespräch, geht es der überwiegenden Zahl gut. Sie sind mit ihrem Gehalt zufrieden, der Arbeitsplatz scheint sicher, die Sozialleistungen sind überdurchschnittlich und eine gute Betriebsrente sichert das Auskommen im Alter…mehr oder weniger.

 

Schaut man hingegen über den Tellerrand, ergibt sich ein differenziertes Bild. Da gibt es Betriebe, keine 50 km von unserem Werk entfernt, dort kämpfen die Mitarbeiter um einen Haustarifvertrag. Deren Arbeitgeber ist nicht Mitglied im Arbeitgeberverband, die Vereinbarungen im Flächentarifvertrag gelten nicht.

 

Wenn überhaupt, sind die Arbeitsbedingungen und Entgelte in einem eigenen Haustarifvertrag geregelt. Dass dieser deutlich schlechter ausfällt, als der Flächentarif, darf man annehmen. Jede Verbesserung muss hat erkämpft werden und führt, bei den wenigen Arbeitnehmern kaum zum Erfolg, bestenfalls zu einem bröckeligen Kompromiss.

 

Aber wie ist so etwas möglich? Tarifverträge gelten doch für alle, oder etwa nicht?

 

Wie kann es sein, dass in einem Betrieb kein Tarifvertrag Gültigkeit hat?

 

Was ist überhaupt ein Tarifvertrag, für wen gilt er und wie kommt ein solcher zu Stande?

 

Die Antworten auf diese und viele anderen Fragen werden nachfolgend behandelt. Gibt es am Ende der Artikelserie weitere Fragen, oder gibt es Themen, die schon jetzt nach einer Beantwortung verlangen, dann könnt Ihr euch an die Vertrauensleute, den Betriebsrat oder an die hauptamtlichen Kollegen des Bezirks München wenden: http://muenchen.igbce.de/.

 

Für Vertrauensleute, Betriebsräte, Jugend- und Auszubildendenvertreter und solche die es werden wollen, ist der Tarif-Führerschein wärmstens zu empfehlen. Termine gibt es auch hier über den Bezirk – Frühzeitig anmelden, da diese Seminare sehr schnell ausgebucht sind.

 

Eine hervorragende Quelle für Informationen über Tarifverträge und alles was damit zu tun hat ist auch die Hans Böckler Stiftung (eine von den Gewerkschaften finanzierte Einrichtung):

 

http://www.boeckler.de/wsi-tarifarchiv_2179.htm

 

Und das Wichtigste zum Schluss:

Die Beiträge geben nur den Wissensstand und unsere Ansichten wieder. Sie sind keine rechtlich bindenden Aussagen und haben auch nicht den Anspruch auf Vollständigkeit – ein 1x1 eben.