Ist das nicht alles gesetzlich geregelt?

 

Viele Themen, die in Tarifverträgen behandelt werden, sind auch schon gesetzlich geregelt. Dabei handelt es sich aber um Mindeststandards, die durch Tarifverträge deutlich verbessert bzw. konkretisiert werden. Dabei gilt das „Günstigkeitsprinzip“:

 

http://www.rechtslexikon-online.de/Guenstigkeitsprinzip.html

 

Wenn also eine Regelung in einem Tarifvertrag für die Arbeitnehmer günstiger ist, als die entsprechende Regelung im Gesetz, so gilt der Tarifvertrag.

 

Dazu paar Beispiele:

 

Tarifvertrag

Gesetz

Arbeitszeit

37,5 Stunden, Nutzung eines Arbeitszeitkorridors von 35 bis 40 Stunden möglich durch Betriebsvereinbarung

 

48 Stunden (6-Tage Woche, das heißt auch der Samstag ist Arbeits(Werk-)tag)

Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit

Zuschläge geregelt

 

 

Kein Anspruch

Freistellung von der Arbeit

Bezahlt

 

Kein Anspruch

Urlaub

30 Arbeitstage = 6 Wochen
33 Tage für Arbeitnehmer in Wechselschicht

 

24 Werktage = 4 Wochen
Kein zusätzlicher Anspruch

Zusätzliches Urlaubsgeld

Geregelt

 

Kein Anspruch

Erschwerniszulagen

Geregelt

 

Keine Regelung

Jahressonderzahlungen

13. Monatseinkommen geregelt

 

Kein Anspruch

Tarifliche Altersvorsorge

Tarifförderung in Höhe von
€ 613,55

 

Kein Anspruch
(ggf. Riester-Förderung)

 

Natürlich gilt das Günstigkeitsprinzip über Tarifverträge hinaus auch für Betriebsvereinbarungen und Einzelverträge, wenn dadurch Arbeitnehmer besser gestellt werden.

 

Darüber hinaus gibt es in vielen Tarifverträgen Öffnungsklauseln oder es wird auf Betriebsvereinbarungen verwiesen, die nach dem Tarifabschluss verhandelt werden und die Details der Umsetzung für einzelne Betriebe regeln (z.B. im Tarifvertrag zur Demographie).